Veitsbronner

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Kirchenführer der ev.luth. Kirche St. Veit in Veitsbronn



Kirchenführer der St. Veitskirche Ein kleiner Kirchenführer der St. Veitskirche in Veitsbronn
'Begegnung mit den Heiligen in Veitsbronn'


• Es grüßt St. Veit
• Geschichte - gestern und morgen
• Die Innenausstattung
• Der Chorraum
• Die Kanzel
• Der Katharinenaltar
• Der Marienaltar
• Der Barbara-Altar
• Das Veitsaltärchen - die Veitsverehrung
• Der hl. Veit - die Legende
• Weitere Ausstattung der Kirche
• Geschichte der St. Veits-Kirche
• Das gottesdienstliche Leben in der Veitskirche
• Ich hebe meine Augen auf zu ...
• Quellennachweis, Copyright






Es grüßt St. Veit

Es grüßt St. Veit Der heilige Veit, Namenspatron unserer Gemeinde, ist auf den drei linken Seitenaltären insgesamt viermal dargestellt.
Besonders schön zu sehen ist er im Veitsaltärchen und auf dem Barbara-Altar. Er wird uns als Jüngling mit seinen Attributen - einem Buch und dem Hahn darauf - gezeigt.
Das Buch ist sicher die Bibel, der Hahn das Zeichen der Wachsamkeit und Stärke.











Geschichte - gestern und morgen

Bedenk dein Zeit, dein Ewigkeit "Bedenk dein Zeit, dein Ewigkeit"

Von weitem grüßt der Turm der St.-Veits-Kirche zu Veitsbronn seine Besucher. Kommt man zu der Kirche von Süden, fällt die Sonnenuhr auf. Ein Spruch will den Besucher ermuntern, die Kirche zu besuchen, um Abstand vom Treiben und Hasten zu gewinnen.
In der Kirche sprechen uns viele Kunstwerke an. Früher sprachen die Gemälde und Darstellungen für sich; heute laden sie ein, Glaubens- und Lebensinhalte unserer Vorfahren - manche waren Heilige - neu kennenzulernen und zu bedenken. Die Veitskirche war bereits im 14. Jahrhundert eine Wallfahrtskirche.
Ein Bericht von 1797 bekundet, dass in der Kirche ein kleines, hölzernes mit einem Hemadla angetanes Männchen, der Hlg. Veit genannt sei. Es muss sich dabei um das spätgotische Holzschnitzwerk des kleinen Veitsaltares handeln. Das „Hemadla“ (Hemdchen) war eine damals gebräuchliche Gabe frommer Pilger. Die Verehrung des Heiligen hat bewirkt, dass diese Kirche, auf südlicher Anhöhe gelegen, an deren Fuße eine Quelle sprudelte, dem hl. Veit geweiht wurde und dem dazugehörigen Ort den Namen „Veitsbronn“ gab.





Die Innenausstattung

Kircheninnenraum, Blick zu Kanzel und Altar Die reiche Altarausstattung der kleinen Kirche hat sicherlich mit der engen Beziehung Veitsbronns mit Nürnberg zu tun. Der wohlhabende Nürnberger Patrizier Konrad Groß erwarb im Jahre 1337 (13. 6.) von dem völlig verarmten und verschuldeten Benediktinerinnen-Kloster Kitzingen die Pfarrei Herzogenaurach und damit auch die Filialkirchen Obermichelbach und Veitsbronn und übertrug diese kurz danach dem von ihm gegründeten Heilig-Geist-Spital in Nürnberg. Die Landesherren waren damals die Burggrafen von Nürnberg, die Zollern, die späteren Hohenzollern bzw. Markgrafen von Brandenburg-Ansbach.
Der Taufstein Es ist anzunehmen, dass die Veitskirche in ihrer Eigenschaft als Wallfahrtskirche schon früh von den Nürnbergern mit den kunstvollen Heiligen-Altären ausgestattet wurde. Dass diese Altäre trotz der nachreformatorischen Bilderstürmer heute noch erhalten sind, verdanken wir verantwortungsbewussten Bürgern.
Wir wissen zwar die Entstehungszeit aller Altäre und die Werkstätten, aus denen sie kommen, wir kennen aber bisher nicht die Wege, auf denen sie in die Veitskirche gelangten, und wann sie dort aufgestellt wurden.
Nur der Katharinenaltar bildet hier eine Ausnahme. Als anlässlich der Errichtung einer eigenen Pfarrstelle in Veitsbronn am 25. Juli 1613 festgestellt wurde, dass die Kirche „eines altars in dem Chor... bedörftig sei“, gelangte dieser Altar als neuer Hauptaltar in die Veitskirche. Eine Urkunde besagt, dass der vom Hochwasser 1611 geschädigte Altar mit der „Legende von St. Kath. geschnitzt und gemahlt“ am 15. 9. 1613 an Veitsbronn ausgeliefert wurde. Der Altar war mit einem Brett versehen, das die Wappen der Stadt Nürnberg und des Heilig-Geist-Spitals zeigt und erst kürzlich auf dem Dachboden der Kirche wiedergefunden wurde.

In der Westvorhalle (1930 gebaut zum Schutz des wervollen Westportals), der heutigen Taufkapelle, hängt an der Nordwand ein fast lebensgroßer holzgeschnitzter Kruzifikus aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts. Hier steht auch der Taufstein aus dem hier bodenständigen Sandstein aus der ersten Hälfte des 17. Jh. und ein Kreuz aus Taize.





Der Chorraum

Der Altar im Chorraum Der Altar im Chorraum steht auf mittelalterlichem Unterbau und wurde in barocker Zeit (1725) in Wilhermsdorf geschaffen. Zwischen gewundenen Säulen mit Weinlaub - als Hinweis auf das hl. Abendmahl - ist Jesus Christus am Kreuz dargestellt. Am Fuß des Kreuzes kniet Maria Magdalena.
In der Bekrönung erscheint Gottvater auf den Wolken, von Engeln umgeben. Die reich geschnitzten Wangen tragen Akanthuszweige und Blumen. Das Predellagemälde zeigt das heilige Abendmahl, darunter die Jahreszahl 1725. Das Chorgestühl (um 1700) ist mit ornamental gesägten Wangen versehen.








Die Kanzel

Engel unterhalb der Kanzel Der auferstandene, segnende Christus Die schöne barocke Kanzel von 1697 wird von einem Engel getragen. - Engel haben die Aufgabe, Gottes Botschaft zu verkünden. In den Feldern der Kanzel sind die vier Evangelisten und Christus-Salvator (Weltenretter) dargestellt.
Den Kanzelaufgang zieren Fruchtreliefs. Sie können uns an das Wort Christi erinnern: „Wer in mir bleibt... bringt viel Frucht.“
Auf dem Schalldeckel ist der auferstandene, segnende Christus zu sehen. Früher hatte er seinen Platz im Gesprenge über dem Marienaltar.









Der Katharinenaltar

Der Katharinenaltar, geöffnet Der Katharinenaltar, geschlossen Der Katharinenaltar, ehemals im Chor stehend, hängt jetzt an der Nordwand der Kirche. Er wurde in der Zeit von 1505–1510 in der Werkstatt des Meisters des Martha-Altares in Nürnberg, St. Lorenz, geschaffen.
Der Mittelschrein zeigt ausdrucksstark das Martyrium der hl. Katharina: im Vordergrund die Enthauptungsszene, im Hintergrund weitere Szenen nach der Legende: die betende Katharina, die von Blitz und Donner geblendeten und erschlagenen Henkersknechte, das geborstene Rad ihrer Marter, ein unbekanntes herrschaftliches Schloss.

Die Gemälde der beweglichen Flügel zeigen bei offenem Schrein auf Goldgrund von links nach rechts: St. Johannes d. T. und Johannes d. Ev., St. Andreas und Sebastian; unten von links nach rechts: St. Thomas und den Stadtheiligen von Nürnberg, St. Sebald, die hl. Philomena und Magdalena.







Der Marienaltar

Der Marienaltar Das Predellagemälde zeigen die Gottesmutter mit dem Kinde in der Mitte; links daneben die hl. Margaretha mit dem Stabkreuz und die hl. Christina und rechts die hl. Katharina und die hl. Barbara.

Der Marienaltar zeigt die „Verlassene Gottesmutter“, so genannt von den Wallfahrern aus Herzogenaurach. Sie hat den hl. Veit als Ziel der Wallfahrten abgelöst. Der Altar wurde in den Jahren um 1470/80 geschnitzt und gemalt. Er stammt aus der gleichen Werkstatt wie der St.-Wolfgang-Altar in St. Lorenz/Nürnberg.
Der Meister dieser Werkstatt ist wahrscheinlich Valentin Wolgemut gewesen; sein Sohn Michael war der Lehrer A. Dürers. Es handelt sich bei der Figur der Maria um eine Darstellung der apokalyptischen Frau nach Offenbarung 12,1.

Der Marienaltar, Ausschnitt In einem mit Gesprenge verzierten Schrein sehen wir Maria im Strahlenkranze (Sonne) in goldblau gefasstem Gewande (himmlische und irdische Königsfarben) vor einem mit Sternen übersäten, blauen (Nacht-) Hintergrund stehen, umgeben von musizierenden Engeln. Maria mit in sich gekehrtem, sinnendem Gesichtsausdruck trägt auf dem linken Arm das Jesuskind. Dieses hat die rechte Hand segnend erhoben und trägt in der linken den Reichsapfel als Zeichen seiner Vollmacht.
Über der Mutter Gottes schweben von der Seite her zwei Engel, die eine goldene Krone über dem zum Kind geneigten Haupt der Himmelskönigin halten.
Der Granatapfel steht für die Schönheit und Tugend Mariens. In der Nacktheit des Kinds liegt ein Heinweis auf den demütigenden Kreuzestod Christi. "Da sie ihn gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile ..." Joh. 19,23 Maria steht auf einer Mondsichel, deren Krümmung ein Gesicht zeigt. Der Mond ist ein Symbol für die Finsternis. Diese wird durch Jesus (das Licht) überwunden.

Der Marienaltar (Bild links oben) Der Marienaltar, Außenseite Bei offenem Altar zeigen die gedoppelten Altarflügel (der rechte Standflügel fehlt), auf Goldgrund gemalt, von links nach rechts die Geburt Christi und die Auferstehung, unten die Ausgießung des Heiligen Geistes und Marias Tod. Im geschlossenen Zustand zeigen die Flügel auf blauem Grund von links nach rechts Marias Tempelgang, die Verlobung Marias mit Joseph und die Verkündigung der Geburt Christi, unten von links nach rechts die Beschneidung Christi, die Anbetung der Könige und die Darbringung Christi im Tempel. Der segnende, auferstandene Christus aus dem 16. Jahrhundert, der jetzt den Schalldeckel der Kanzel schmückt, stand ursprünglich oben im Gesprenge des Marienaltares.

Der Marienaltar (Bild rechts oben)

Christus spricht:
Ich bin die Auferstehung und das Leben. (Johannes 11,25)








Der Barbaraaltar

Der Barbaraaltar, geöffnet Der linke Seitenaltar, der Barbara-Altar, ist wie der Marienaltar eine Nürnberger Arbeit der Spätgotik, entstanden um 1440/50 im Umkreis des Meisters des Nothelfer-Altares von Nürnberg/ Heilig-Kreuz. Im Schrein mit angedeutetem Kreuzgewölbe steht vor damasziertem Hintergrund die hl. Barbara mit Kelch und Turm (diese um 1500).
Auf den beweglichen Altarflügeln sind vier Heilige zu sehen: oben von links nach rechts Veit und Sebastian, unten Stephanus und Katharina.
Der Barbaraaltar, geschlossen In der Predella ist das heilige Abendmahl dargestellt. Die geöffneten Flügel zeigen auf Goldgrund von links die Heiligen Agnes und Apollonia, Katharina und Barbara, die geschlossenen auf blauem Grund von links die Heiligen Andreas, Margaretha, Dorothea und Stephanus.
Der geschlossene Altar zeigt paarweise oben von links nach rechts die Nothelfer und andere Heilige: Pantaleon und Eustachius, Nikolaus und Andreas, Achatius und Dionysius, Sebastian und Christophorus; unten von links nach rechts Margaretha und Katharina, Ägidius und Erasmus, Leonhard und Georg, Barbara und Veit.

Veit gehört zu den vierzehn Heiligen ("Nothelfern"), die auf den Tafelbildern des Barbara-Altars abgebildet sind.
Wer sind diese "Nothelfer"?
Sie haben zwei kennzeichnende Gemeinsamkeiten:
a) Es handelt sich um Menschen, die in der Zeit der Christenverfolgung um 300 n.Chr. im römischen Reich gelebt haben und als Märtyrer starben.
b) weil sie nicht dem römischen Kaiser als Gott anbeteten, sondern allein Christus.
Die 14 Heiligen wurden in unserer Gegend von der ländlichen Bevölkerung um gutes Wetter für Saat und Ernte, um Hilfe bei Viehkrankheiten und bei eigenen leiblichen und seelischen Nöten angerufen.





Das Veitsaltärchen - die Veitsverehrung

St. Veit (unbek.Künstler) Das Veitsaltärchen hat mehrmals seinen Standort verändert. Solange ihm die Verehrung der Wallfahrer galt, stand es im Chor. Später wurde es in einer Wandnische in der nördlichen Chorwand aufgestellt und fand im Zuge der Renovierung in den Jahren 1878–82 an der Nordwand des Kirchenschiffes seinen Platz.
Die Figur des Kirchenpatrons wurde im späten 15. Jh. von einem unbekannten Künstler geschnitzt.

Zur Zeit der Besiedlung und Christianisierung Frankens - um 800 n. Chr. - entstand der Brauch der Reliquienverehrung, weil „Zeichen“ gefordert wurden. Die Gebeine des hl. Veit wurden deshalb aus Süditalien über das Kloster St. Denis in Paris in die Abtei Corvey bei Höxter an der Weser in Norddeutschland überführt.
Die Abteikirche Corvey, in der heute noch der Reliquienschrein des hl. Veit steht, entwickelte sich für die Frankenkönige zum Mittelpunkt der Heiligenverehrung. Es ist anzunehmen, dass um 1000 n. Chr. die Verehrung des hl. Veit von Corvey aus auch an den fränkischen Königshof nach Herzogenaurach kam. Im Gebiet dieses Königshofs, zu dem unser Ort gehörte, wurde im 14. Jh. unsere Kirche zu Ehren des hl. Veit geweiht. In Bayern tragen 199 Orte und Kirchen seinen Namen. Im Mittelalter entwickelte sich in Veitsbronn die Sage, dass der heilige Veit mit dem Wasser der Veitsquelle am Fuße des Kirchbergs Augenleiden geheilt und als Vieharzt gewirkt hat.
Der Gedenktag des hl. Veit am 15. Juni galt früher als Sommersonnenwende. Für das Jahr 1414 ist bezeugt, dass an diesem Tag die Kirchweih in Veitsbronn stattfand. Heute wird die Veitsbronner Kirchweih am Sonntag nach Mariä Himmelfahrt (15. 8.) im August gefeiert, was darauf hinweist, dass im 18. Jh. die Marienverehrung und die Wallfahrt zum Marienaltar in den Vordergrund traten.

Wallfahrt


Erstaunlicherweise ist die seit 1530 protestantische Veitskirche trotz Widerständen evangelischer Kirchenobrigkeit bis heute für katholische Christen aus Herzogenaurach Wallfahrtskirche geblieben.






Der hl. Veit - die Legende

St. Veit Es gibt für den heiligen Veit (Vitus) wie für alle Heiligen eine Lebenslegende, die etwa um 600 n. Chr. schriftlich festgehalten wurde. Vor allem wurde sie aber mündlich weitererzählt, denn dieser Heilige war etwas Besonderes. Vielleicht wurde sie dabei auch ein wenig verändert, aber sie hat einen wahren Kern.
Veit wurde etwa um 290 n. Chr. in Mazzara, einer Stadt an der Westküste Siziliens, geboren. Er war der Sohn eines römischen Beamten namens Hylas. Der Vater betete den römischen Kaiser als Gott an. Der junge „Vitus“ hatte als 10-Jähriger durch Modestus, seinen Lehrer, und Crescentia, seine Amme, von Christus erfahren und betete diesen an. Das widersprach dem Glauben seines Vaters und deshalb ließ der Vater seinen Sohn auspeitschen.
Aber den Peinigern erstarrten die Arme, und erst durch das Gebet des Vitus wurden sie wieder geheilt. Er wurde von seinem Vater in einen dunklen Kerker geworfen, aber das Licht der Engel erschien, so dass seine Peiniger geblendet wurden. (Hier merkt man den Bezug zur mittelalterlichen Sage: Heilung von Augenleiden!)
Der Jüngling Vitus konnte wegen seines Glaubens nicht mehr in seinem Elternhaus bleiben. Deshalb nahmen sich die Pflegeeltern Modestus und Crescentia seiner an und flohen mit ihm im Schiff nach Süditalien (Lucanien). Sie lebten am Fluss „Siler“ und die Gebete des Vitus bewirkten viele Wunder.
Davon hörte auch der Kaiser Diokletian in Rom (um 300 n. Chr.), dessen Sohn an Fallsucht litt (eine Form der Epilepsie). Diese Krankheit wird im Volksmund „Veitstanz“ genannt. Vitus kam an den Hof des Kaisers und betete für den kranken Jungen, der tatsächlich geheilt wurde. Danach behauptete der Kaiser, dass es die Kraft seiner Göttlichkeit war, die die Heilung des Sohnes brachte. Der junge Veit aber blieb beim Glauben an die Kraft seines Gebetes zu Christus, so dass der Kaiser zornig wurde und ihn zwingen wollte, von seinem Glauben abzulassen. Er ließ den Jüngling Vitus in heißes Öl stecken, doch dieser entstieg dem Ölkessel unversehrt. Daraufhin ließ der Kaiser den Vitus vor die Löwen werfen, doch Vitus betete und so waren die Löwen ganz zahm und leckten ihm die Füße (Bezug zur Sage: Veit wirkte als Vieharzt.). Die Lebenslegende endet damit, dass Veit sehr jung starb und mit seinen Pflegeeltern Modestus und Crescentia in den Himmel aufgenommen wurde.





Weitere Ausstattung der Kirche

Die Osterkerze Der Gekreuzigte Unter der Orgelempore steht das Vortragekreuz, das bei Beerdigungen dem Sarg vorangetragen wird. Die Trauernden blicken auf den gekreuzigten Christus, der uns Gott in seiner menschlichen Tiefe zeigt. Der Auferstandene Wendet der Kreuzträger das Vortragekreuz, sieht die trauernde Gemeinde auf den auferstehenden Christus, der aus den Toten heraus aufersteht.
Er ist als Auferstandener der Segnende, der uns in dem zugesagten Wort Gottes, besonders in den Gottesdiensten, begegnet. Der Osterleuchter zeigt, wie die Gemeinde den Segen Gottes weitergibt. Alle Kinder, die in den Abendmahlskreis mitgebracht werden, bekommen unter Handauflegung den Segen Gottes zugesprochen und werden an der Stirn mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes gezeichnet. An der Oster-/Christuskerze, die im Osternachtsgottesdienst in die dunkle Kirche getragen wird, werden unter dem Jubelruf der Gemeinde „Christus ist das Licht!“ alle anderen Kerzen entzündet. Den Täuflingen geben wir symbolisch beim Entzünden der Taufkerze das Christuslicht mit auf den Lebensweg.

Der achtarmige Kronleuchter mit Doppeladler (Landesherr der Markgraf von Brandenburg-Ansbach) wurde 1768 gestiftet. Zum Schluss sei noch die Orgel erwähnt. Sie wurde 1975 bis auf das Orgelprospekt vollständig erneuert. Die Vorgängerin wurde 1726/27 von Johann Christoph Wiegleb, einem Orgelbauer aus Wilhermsdorf, gebaut.





Geschichte der St.-Veits-Kirche

Veitsbronn, Stich von 1743 Jahrhundertelang lag Veitsbronn an der mittelalterlichen fränkischen Reichsstraße Frankfurt-Regensburg, der sogenannten Frankfurter Landstraße. Sie war die wichtigste Straßenverbindung des Reiches von Westen nach Südosten und wurde Ende des 18. Jahrhunderts über Langenzenn verlegt.
Der Ort hieß ursprünglich „Prunn“ nach dem am Südhang des Kirchenberges entspringenden Veitsbrunnen. Seinem Wasser schrieb man im Mittelalter Heilwirkung gegen Augenkrankheiten zu, woran eine moderne Brunnenfigur erinnert. Zur Unterscheidung von zwei weiteren Bronn-Orten im Amt Cadolzburg bezeichnete ihn die burggräfliche Verwaltung 1370 bei einer Besitzstandsaufnahme mit dem Namen des Kirchenpatrons „Vitsprunne“.

Die Kirche als Bauwerk wird schon 1350 als Filiale der Pfarrei Herzogenaurach genannt, deren Patronatsherrin die Äbtissin des im 8. Jh. gegründeten Benediktinerinnenklosters Kitzingen war. 1337 trat Äbtissin Gisela von Brauneck das Patronatsrecht von Herzogenaurach an den reichen Nürnberger Bürger Konrad Groß ab, der die Schulden des Klosters beglich. Konrad Groß übertrug es dem von ihm gestifteten Heilig-Geist-Spital in Nürnberg, das nun den Geistlichen einsetzte und für die Baulast aufkam. Das dürfte auch für die Filiale in Veitsbronn gegolten haben.

Obwohl Herzogenaurach 1007 durch Kaiser Heinrich II. an das von ihm gegründete Bistum Bamberg gekommen war, gehörte die Veitsbronner Filialkirche weder zum geistlichen noch zum weltlichen Herrschaftsbereich des Bistums Bamberg, sondern zum Diakonat Langenzenn in der Diözese Würzburg. Den Kirchweihschutz am Veitstag (15. 6.) und am Sonntag nach St. Laurentius (10. 8.) übten die Markgrafen als Landesherren aus. Nach der Reformation ging das Patronatsrecht an die Reichsstadt Nürnberg über.

Die Kirche entstand in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Sie war dem hl. Veit geweiht, einem der 14 Nothelfer, was den Schluss zulässt, dass der Bau vor der 1370 mit Vitsbrunn ge-nannten Erwähnung bereits fertig gewesen sein muss. Die erste Erwähnung 1350 und die später erkennbaren zwei Kirchweihtermine lassen die Möglichkeit offen, dass es für den heutigen Bau einen Vorgängerbau mit einem anderen Kirchenpatron gegeben haben könnte.

Nach dem Städtekrieg von 1388 wurde sie zur Wehrkirche ausgebaut. Das war nötig geworden, weil die Kriegsführung mit dem Aufkommen der Feuerwaffen und der Heere bezahlter Söldner in Plünder- und Verwüstungszüge gegen die Zivilbevölkerung des Gegners ausartete. Um die Dorfbewohner zu schützen, befestigte man die von Rechts wegen gefriedeten und unverletzlichen Kirchen und Friedhöfe und gab den Einwohnern die Möglichkeit, sich dort mit Hab und Gut in Sicherheit zu bringen.

Wehrmauer mit Friedhof Dass die Veitskirche mit ihrer Lage hoch über dem Ort eine Wehrkirche ist, zeigen die noch vorhandenen Schießscharten der einst viel höheren Wehrmauern und die Laufgänge, zu denen in die Mauer eingelassene Treppenstufen hinaufführten. Der einst geschlossene Mauerring wurde in jüngerer Zeit im Westen anlässlich der Erweiterung des Friedhofes in Teilen aufgebrochen. Die Kirche war früher nur von Westen her durch das schön gearbeitete spitzbogige Portal zugänglich. Der Zugang auf der Südseite entstand 1827, als das befestigte Torhaus abgebrochen wurde. In seinem Oberstock hatten sich die Wohnung des Lehrers und die Schulstube befunden. Im Kirchenschiff sind von den engen, schießschartenartigen Fenstern noch drei erhalten, zwei auf der Nordseite und eines auf der Südseite in Höhe der Kanzel. Die anderen Fenster in ihren breiteren Formen sind wie das heutige Südportal 1827 entstanden.

Typisch für Wehrkirchen ist der im untersten Turmgeschoss eingewölbte Chor mit dem Altarraum. Die Obergeschosse des Turmes sind heute über einen Zugang auf der zweiten Empore zu erreichen. Vor dem Einbau dieser Emporen nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges war der Zugang nur mit einer Leiter über das Kircheninnere möglich. So wirkte der Turm wie ein Bergfried, das letzte Bollwerk bei der Verteidigung.

Auf einem Kupferstich von Johann Melchior Roth aus dem Jahr 1743 ist erkennbar, dass der Turm am Dachansatz vier erkerartige Scharwachtürme trug, die mit ihrer Bekrönung und der des Turmes auch der Veitsbronner Kirche den für fränkische Wehrkirchen bezeichnenden Namen „Fünfknopf“ verliehen. Von ihnen aus konnte man das Gelände vor den Mauern beschießen. Diese Türmchen wurden zusammen mit dem ehemals steilen spitzen Turmhelm 1781 abgebrochen. Der Helm erhielt damals seine heutige Achteckform mit der aufgesetzten Spitze.

Die auf der Südseite des Turmes angebrachte Sonnenuhr dürfte wohl auf eine Zeit zurückgehen, als es auf dem Lande noch keine Schlaguhren mit Zifferblättern und Zeigern gab. Der erste Hinweis auf eine solche mechanische Uhr findet sich für die Veitsbronner Kirche im Jahre 1588.





Das gottesdienstliche Leben in der Veitskirche

Altartisch Im heiligen Abendmahl schenkt sich der auferstandene Christus in Brot und Wein. Im Friedensgebet am Freitag und mindestens in einem Gottesdienst pro Wochenende feiert die Gemeinde das Abendmahl. Die erfahrbare Gegenwart des auferstandenen Christus stärkt den eigenen Glauben.
Die Kinder werden in die Abendmahlsrunde mitgebracht und dort mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes gesegnet. Die „Gemeinschaft der Heiligen“ ermutigt, denn ich spüre, ich bin mit meinem Glauben gemeinsam mit vielen anderen unterwegs. In Veitsbronn spricht die Gemeinde die Einsetzungsworte mit. Das allgemeine Priestertum aller Gläubigen wird so, ohne groß darüber zu reden, gelebt.

Die Liebe zum Abendmahl verbindet sich mit der Gebets- und Segnungstradition in der Gemeinde. In modernen geistlichen Liedern und Gesängen aus Taizé drückt die Gemeinde ihre Gebete zu Gott hin aus. Gottesdienst feiern heißt so: den gegenwärtigen und auferstandenen Herrn anbeten.
Bei der Vitusmesse und in speziellen Segnungsgottesdiensten besteht die Möglichkeit, persönlich gesegnet zu werden. Fünf Segnungsteams sind in der Kirche verteilt und geben das gute Wort Gottes persönlich weiter. Besonders beeindruckend ist es, wenn Kinder kommen und sagen: Ich möchte gesegnet werden. Manche nützen die Form der Segnung, um Schuld zu bekennen und die Vergebung Gottes zugesprochen zu bekommen. Im Gebet am Kreuz legen Menschen ihre Last vor Christus ab und erfahren Befreiung und Trost.
Gottesdienst
Gottesdienst mit Abendmahl













ich hebe meine Augen auf ...

Veitskirche Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen:

Woher kommt mir Hilfe ?
Meine Hilfe kommt vom Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Er läßt deinen Fuß nicht wanken;
er, der dich behütet, schläft nicht.
Nein, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.
Der Herr ist dein Hüter, der Herr gibt dir Schatten;
er steht dir zur Seite.
Bei Tag wird dir die Sonne nicht schaden
noch der Mond in der Nacht.
Der Herr behüte dich vor allem Bösen,
er behüte dein Leben.
Der Herr behüte dich,
wenn du fortgehst und wiederkommst,
von nun an bis in Ewigkeit.

Psalm 1 21, 1-8





Quellennachweis, Copyright

Herausgeber: Ev.-Luth. Pfarramt in 90587 Veitsbronn (ehem. Pfarrer [i.R.] Winfried Buchhold).
Texte: Dr. Helmut Drescher, Kreisheimatpfleger Helmut Mahr, Johann Feder.
Gesamtherstellung: Oberfränkischer Ansichtskartenverlag Bouillon, Bayreuth.

Abdruck Text&Bilder, auch Auszugsweise, nur mit Genehmigung des Herausgebers.

Die gedruckte Version der Broschüre kann über das Pfarramt Veitsbronn bezogen werden.








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